spacer
Österreichische Lagergemeinschaft RavensbrŸck & FreundInnen Link zu Aktuell Link zu Kontaktadressen Link zu Mitgliedschaft
Wer wir sind leer leer leer leer
Projekte leer leer leer leer
Ravensbrück leer leer leer leer
Ukermark Ukermark Aktives Denken leer leer
Porträts leer leer leer leer
Archiv leer leer leer leer
Literatur / Filmtipps leer leer leer leer
Kooperationen leer leer leer leer
Links leer leer leer leer
spacer
>> Uckermark
Das Mädchen-Konzentrationslager Uckermark
www.maedchen-kz-uckermark.de

Der Verteidigungsrat unter Göring ordnete am 1.2.1940 der Errichtung von polizeilichen Erziehungslagern an und am 10.1.1941 gab es einen Entwurf des Reichsinnenministeriums, der die "planmäßige Überwachung von Gemeinschaftsfremden" und "unbestimmt andauernde Unterbringung in Konzentrationslager, Jugendschutzlager und Anstalten" regeln sollte.

Es gab 3 Jugend KZ, das "Jugendschutzlager Moringen für männliche Jugendliche", das "Jugendschutzlager Uckermark für weibliche Minderjährige" (beide) in Deutschland und das "Jugendschutzlager Litzmannstadt" im besetzten Polen, in das Jugendliche zur Zwangs-Germanisierung eingewiesen wurden.

Inhaftiert wurden Jugendliche von ca. 12-22 Jahren.

Das Mädchen Konzentrationslager Uckermark wurde 1941/42 von Häftlingen des KZ Ravensbrück erbaut und im Frühjahr 1942 als "Jugendschutzlager Uckermark für weibliche Minderjährige" in der Nähe des FrauenKZ Ravensbrück errichtet. Der Lagerkommandant des KZ Ravensbrück war zugleich Kommandant des Lager Uckermark. Die Lagerleitung hatte die Weibliche Kriminalpolizei (WKP). Die äußere Überwachung erfolgte durch die SS vom KZ Ravensbrück. Im Juni 1942 wurden die ersten 70 Häftlinge eingewiesen. Die "Einweisung" fand im FrauenKZ Ravensbrück statt. Bis 1945 waren insgesamt ca. 1200 Mädchen und junge Frauen inhaftiert.
Die meisten Überführungen in die JugendKZ in Deutschland erfolgten in Kooperation mit Jugendämtern, Fürsorgebehörden und kriminalpolizeilichen Dienststellen, aber auch die Gestapo wies Jugendliche in die JugendKZ ein.
Die Haftgründe waren vielfältig, lassen sich aber als Ausgrenzung und als Nichtanpassung an die NS-faschistische Volksgemeinschaft und als Widerstandshandlungen gegen das NS-System zusammenfassen. Es gab spezifische Verfolgungsgründe für Mädchen und junge Frauen, wie z.B. der Vorwurf der "sexuellen Verwahrlosung", bzw. der Verdacht "sexuell schwer gefährdet" zu sein.
Ein großer Teil der Mädchen und jungen Frauen wurden über die Fürsorge eingewiesen und wurden als "Asoziale" stigmatisiert. Es gab einen Sonderblock im MädchenKZ Uckermark, in dem mehrheitlich junge Partisaninnen aus Slowenien und Südkärnten in Österreich inhaftiert waren.

Die Verantwortlichen der JugendKZ arbeiteten auf Erlass mit dem "Kriminalbiologischen Institut" zusammen, dass 1937 gegründet wurde und den "Kampf gegen Gemeinschaftsfremde" zum Ziel hatte. Mit einem Stufen-System nach "kriminalbiologischen Kriterien" wurden von Robert Ritter und Eva Justine zur "Erbbestandsaufnahme des deutschen Volkes" und zur "Erfassung aller asozialer und krimineller Sippschaften" die Jugendlichen eingeteilt und selektiert. Das Ziel war die Ausgrenzung und geplante Vernichtung der gesamten als "minderwertig" und als "asozial" diskriminierten Teile der Gesellschaft. (siehe auch www.maedchen-kz-uckermark.de)

Das MädchenKZ Uckermark wurde im Jänner 1945 zum größten Teil geräumt. Es blieben nur 40-60 Mädchen und junge Frauen mit der Lagerleiterin Toberetz und Aufseherinnen in einem abgetrennten Bereich. Die meisten Mädchen und junge Frauen kamen in Zwangsarbeitslager, andere Konzentrationslager, oder direkt in das KZ Ravensbrück, wenige wurden vermutlich auch entlassen. Ein Teil des Lagergeländes wird mit einem Sichtschutz abgetrennt und wird zum Vernichtungslager Uckermark für Frauen aus dem KZ Ravensbrück.


In den 50er und 60er Jahren wurde über den Ort Uckermark noch gesprochen, als ein Ort an dem Jugendliche, junge Frauen unter KZ-ähnlichen Bedingungen inhaftiert waren. 1963 wurde von der Leiterin der Gedenkstätte gefordert, dass das "Jugendschutzlager Uckermark" ein Teil der Gedenkstätte bzw. ein Gedenkort wird.
In den 70er Jahren jedoch wird über das KZ Uckermark als "Fürsorgeeinrichtung" geschrieben, bzw. als "Lager für kriminelle, schwererziehbare Mädchen" und damit gleichzeitig auch als gerechtfertigt angesehen. Die JugendKZ wurden systematisch verdrängt. Ein Grund ist die Stigmatisierung und Verfolgung als Asoziale, die die Mehrheit der Jugendlichen in den JugendKZ betraf.

1984 findet die erste Tagung zu Moringen und Uckermark statt, verbunden mit dem Aufruf "Wer war im Jugendlager". Die Auseinandersetzungen über das KZ Uckermark rücken erst ab Mitte 90 mit Forderungen der Lagergemeinschaft Ravensbrück und mit den Aktivitäten der Workcamps und den daraus entstehenden Forschungen, Ausstellungen und Veröffentlichungen, wieder in die Öffentlichkeit.


Vernichtungslager Uckermark

Das Gelände des MädchenKZ Uckermark wurde im Jänner 1945 zum größten Teil geräumt. Es blieben nur 40-60 Mädchen und junge Frauen mit der Lagerleiterin Toberetz und Aufseherinnen in einem abgetrennten Bereich. Die meisten Mädchen und junge Frauen kamen in Zwangsarbeitslager, andere Konzentrationslager, oder direkt in das KZ Ravensbrück, wenige wurden vermutlich auch entlassen. Ein Teil des Lagergeländes wird mit einem Sichtschutz abgetrennt und wird zum Vernichtungslager Uckermark für Frauen aus dem KZ Ravensbrück.

Überlebende des Vernichtungslager Uckermark machten deutlich, dass in "Uckermark" von Jänner bis April 45 mit unterschiedlichen Mitteln bewusst und beabsichtigt tausende Menschen ermordet wurden. Vom Jänner bis April 1945 werden ca. 6000 Menschen vom KZ Ravensbrück in das Vernichtungslager Uckermark deportiert und nach unterschiedlichen Schätzungen 3000 - 5.500 Menschen durch bewussten Essensentzug, Kälte, mit Giftspritzen und mittels Giftgas ermordet.

^ nach oben
spacer
spacer
spacer spacer
spacer Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück & FreundInnen Link zu www.geschmacksache.at spacer
spacer spacer