Verein

Die Lagergemeinschaft Ravensbrück wurde 1958 ins österreichische Vereinsregister eingetragen. Der Sitz des Vereins ist Wien, seine Tätigkeit erstreckt sich auf ganz Österreich.
Die Statuten geben den inhaltlichen und organisatorischen Rahmen vor. Alle zwei Jahre wählt die Generalversammlung den Vorstand und prüft, ob die Aufgaben des Vereins wahrgenommen wurden.
Seit der Generalversammlung 2005 lautet der Name des Vereins „Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück & FreundInnen“ (kurz: ÖLGR/F). Die „Ravensbrückerinnen“ verfassten eine Präambel, die den Vereinsstatuten vorangestellt ist.

Die im § 3 festgelegten Zielsetzungen der ÖLGR/F können in drei große thematische Bereiche untergliedert werden:
– Interessenvertretung für Überlebende und deren Angehörige
– Politische Zielsetzungen, Bildung und Aufklärung
– Internationale Vernetzung

Auszug aus den Statuten des Vereins „Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück & Freundinnen“:

§ 3. Zweck der Lagergemeinschaft
– Zweck der Lagergemeinschaft ist es, die ehemaligen Ravensbrücker Häftlinge (Hinterbliebene) zu erfassen und ihre politischen Interessen im Rahmen der bestehenden Gesetze zu vertreten, weiters
– Überreste von Faschismus, Nazismus und Großdeutschtum sowie Neonazismus und Neofaschismus sowie Unterdrückung von Menschlichkeit und Demokratie, gleich von wem sie ausgehen mögen, zu bekämpfen, weiters
– für die Unabhängigkeit, Freiheit, Demokratie und Neutralität einzutreten und alles zu tun, dass die zuständigen Stellen in den gleichen Bestrebungen unterstützt werden, weiters
– jederzeit der Propaganda für Kriegshetze und Kriegsvorbereitungen, für Chauvinismus, Religionshass, Rassismus, Antisemitismus, Frauenhass, Antifeminismus, Sexismus und sonstige Formen der gesellschaftlichen Ausgrenzung, Ausbeutung und Diskriminierung in welcher Form auch immer, mit allen zulässigen Mitteln entgegenzutreten, weiters
– Wahrung und Weitertragen des Vermächtnisses aller Verfolgten, die im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück inhaftiert waren, insbesondere die Anerkennung der unterschiedlichen Verfolgungsgründe, ihrer im Lager gelebten Solidarität, ihrer politischen Maximen „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“ und ihr Bestreben, ihre Erfahrungen an zukünftige Generationen weiterzugeben.
– Eintreten für Entschädigungen an die Überlebenden des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück und ihre Nachkommen für ihnen zugefügte Schäden, weiters
– Internationale Zusammenarbeit mit Lagergemeinschaften und deren Nachfolgeverbänden in anderen Ländern, Entsendung von Delegationen, Organisation von Gedenkfahrten, weiters
– Erforschung von und Stellungnahme zu der Geschichte des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück und der dort ehemals Inhaftierten, der Geschichte der Verfolgung und des Widerstands von Frauen im Nationalsozialismus sowie Erstellung von Gutachten und Anregungen für Bundes- und Ländergesetzgebung.
– Veranstaltungen aller Art, insbesondere von Versammlungen und Tagungen, Herausgabe von Zeitschriften und sonstigen Publikationen, Websites, Videos und Filmen, Schaffung von Archiven, Dokumentationen und Bibliotheken, Organisation von Ausstellungen und Errichtung von Gedenkstätten
– Mitgestaltung der Gedenkstättenpolitik in der Gedenkstätte Ravensbrück und in Österreich.

Aktueller Vorstand (gewählt am 8. Juni 2015)
Obfrau: Bernadette Dewald
Obfraustellvertreterin: Lisa Steininger
Kassierin: Siegrid Fahrecker & Elfie Resch
Schriftführerin: Vera Modjawer
Sekretärin: Hannelore Stoff
Kontrolle: Gabriela Schmoll, Maria Newald
Bundesländer-Beirat: Hildegard Röhheuser, Dora Kupper, Elfriede Schober, Svjetlana Hromin-Heidler

Obfrauen / Vorsitzende seit 1958 bis 2015
Mitzi Berner (1958–1962)
Anna Mistinger (1962–1970)
Emma Mayerhofer (1970–1984)
Rosa Jochmann (1984–1994)
Friedl Sinclair (1994–2000)
Erna Musik (2000–2005)
Brigitte Halbmayr (2005–2013)
Antonia Valerie Würnitzer (2013–2015)

Weitere Vereinsfunktionärinnen seit 1958 bis 2015 (*)
Berta Lauscher (Obfrau-Stellvertreterin 1971–1979)
Karla Glaubauf (Obfrau-Stellvertreterin 1999–2000, 2001–2005)
Irma Trksak (Schriftführerin 1979–1984, Sekretärin 1984–2005)
Toni Bruha (Kassierin 1958–2005)
Anna Wundsam (Kassierin-Stellvertreterin 1960–1967)
Hermine Jursa (Kassierin-Stellvertreterin 1967–1971)
Käthe Anders (Kassierin-Stellvertreterin 1984–1986)
Anna Hand (Schriftführerin 1958–1960)
Valerie Kottner-Kornfeld (Schriftführerin 1960–1970)
Maria Tomasek (Schriftführerin 1970–1979)
Marie Kamhuber (Kontrollerin 1962–1964)
Marie Grassinger (Kontrollerin 1962–1964)
Hermine Freiberger (Kontrollerin 1973–1975)
Elisabeth Barta (Kontrollerin 1975–1988)
Ida Stohlawetz (Kontrollerin 1979–1988)
Lotte Brainin (Kontrollerin 1988–2000)
Alice Rusz (Kontrollerin 1988–2000)
Käthe Sasso (Kontrollerin 2001–2005)
Ida Huttary (Kontrollerin 2001–2005)
Helga Amesberger (Kassierin 2005–2013)
Ildikó Cazan (Sekretärin 2005–2013)
Sylvia Köchl (Schriftführerin 2005–2015)

(*) Die Funktionärinnen, die bis 2005 im Amt waren, waren/sind Überlebende des KZ Ravensbrück – jene seit 2005 nicht. Seit 2005 werden die Vereinsfunktionen von Frauen der nachfolgenden Generationen eingenommen, darunter sind mehrere Nachkommen von Ravensbrück-Häftlingen.

Der Vorstand verfügte von Anfang an über einen erweiterten Ausschuss, in dem Vertreterinnen aller Bundesländer saßen. Seit 2005 heißt dieser Ausschuss Bundesländer-Beirat. Die Beiratsmitglieder vertreten einzelne Bundesländer (außer Wien) bzw. Regionen.