Aktuelles

ONLINEPUBLIKATION: 70 + 1 JAHR
Offener Brief des „Verein der Freunde des Deserteurdenkmals in Goldegg“
Gedenkfeier für Irma Trksak
Das Mitteilungsblatt 2017 (erschienen Anfang 2018)


70 + 1 Jahr

2017 haben wir das 70-jährige Bestehen der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück begangen, und Anfang 2018 gab es dazu eine Schwerpunktausgabe unseres „Mitteilungsblattes“.
2018 wollen wir nun diese außergewöhnliche Geschichte einer Frauenorganisation mit mehreren Ausgaben einer Online-Publikation unter dem Titel
::: 70 + 1 JAHR :::
reflektieren und schauen, wo wir heute stehen und was die Aufgaben einer Lagergemeinschaft in Zukunft sein können. Die 2. Ausgabe der Publikation ist nun erschienen!

NEU:
2. Ausgabe, erschienen am 15. November 2018


zur 1. Ausgabe, erschienen April 2018,


Offener Brief des „Verein der Freunde des Deserteurdenkmals in Goldegg – Plattform für regionale Erinnerungskultur“ an die Gemeinde Goldegg
Am Wochenende vom 1. bis 2. September 2018 haben unbekannte Täter einen Anschlag auf das Deserteurdenkmal in Goldegg verübt. Gezielt sprühten sie grünen Lack über die Texte und die Namen auf dem Stein. Die erklärende Tafel der Gebietskrankenkasse wurde zerstört. Ein Besucher des Erholungsheims und Vorsitzender der ÖVP-Kameradschaft Politisch Verfolgter in Salzburg hat Brigitte Höfert am Sonntag um 14.00 Uhr telefonisch über diesen barbarischen Akt informiert. Für die Angehörigen der Opfer und die Mitglieder des Vereins „Freunde des Deserteursdenkmals Goldegg“ ist es v.a.irritierend, dass die Sprecherin der Salzburger Polizei in der Sendung „Salzburg Heute“ vom 3. September andeutet, dass dieser Anschlag kein politischer sei, weil keine Spruchparolen hinterlassen wurden.
Sie fordern daher in einem pdf Offenen Brief, dass das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung die Ermittlungen führt. Die Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück & FreundInnen unterstützt diesen Brief in vollem Umfang!

Die sogenannten „Fahnenflüchtigen“, für die das Denkmal in Goldegg erreichtet wurde, wurden von meist verwandten Frauen (Schwestern, Ehefrauen, Verlobten) versteckt und unterstützt. Als die Widerstandsgruppe „Wind“ durch einen eingeschleusten Spitzel an die SS verraten wurde, wurden auch alle diese Frauen verhaftet und in der Folge viele von ihnen nach Ravensbrück deportiert. Margarethe Schütte-Lihotzky, die die „Goldeggerinnen“ im Salzburger Polizeigefängnis kennenlernte, sagte über sie: „Alle diese Frauen haßten den Krieg, keine einzige weinte oder jammerte, alle standen für ihre Überzeugung voll und ganz ein. Wer wußte damals in Österreich und wer weiß heute, daß sich in den Salzburger Bergen ein ganzes Dorf gegen den Krieg erhob und dafür das Leben einsetzte?“ (Margarete Schütte-Lihotzky, Erinnerungen aus dem Widerstand 1938-1945 (Hamburg 1985) S. 173, zitiert nach: Robert Stadler, Michael Mooslechner, St. Johann/Pg 1938-1945, S. 136.

Weitere Informationen:
Website des Vereins „Freunde des Deserteursdenkmals Goldegg — Plattform für regionale Erinnerungskultur“
SalzburgerInnen im KZ Ravensbrück – Die Goldegger Gruppe


Gedenkfeier für Irma Traksak
Auch heuer nahmen wieder einige Mitglieder der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück & FreundInnen (ÖLGR/F) an den Feierlichkeiten zur Befreiung des KZ Ravensbrück teil, die am 21. und 22. April stattfanden. Am ersten Tag wurde auf dem Gelände des ehemaligen Mädchenkonzentrationslagers und späteren Vernichtungslagers Uckermark ein kleines Gedenken an die im letzten Jahr verstorbene Irma Trksak abgehalten, in sehr berührender Form gestaltet von Heike Rode von der Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark  und Antonia Würnitzer von der ÖLGR/F.
Irma war ja diejenige der österreichischen Überlebenden, die ein besonders großes Interesse für die Nachforschungen und Ausgrabungen von feministischen Aktivist_innen zum KZ Uckermark hatte und immer wieder als Zeitzeugin an Symposien dazu teilnahm, um ihre Erfahrungen und Erlebnisse in diesem Lager mit den Frauen zu teilen. Sie war während ihrer Haftzeit als Stubenälteste 1944 in das KZ Uckermark, das zu diesem Zeitpunkt bereits Vernichtungslager war, strafversetzt worden und konnte gegen Ende des Krieges nur mit viel Glück ins Hauptlager Ravensbrück zurückkehren.
Das Gedenken fand in Anwesenheit ihres Sohnes Ludwig statt, der nach vielen Jahrzehnten heuer zum ersten Mal wieder in Ravensbrück war. In Erinnerung an Irma, die für ihre Freude an Süßigkeiten bekannt war, wurden unter den Teilnehmenden kleine Naschereien verteilt. Heike und Antonia boten mit Ludwigs Unterstützung einen kurzen Abriss über Irmas Leben. Im Anschluss daran konnten diejenigen, die Irma gekannt hatten, persönliche Erinnerungen an diese außergewöhnliche Frau mit den anderen Anwesenden teilen.
(Die Aufnahmen stammen aus einer Handy-Kamera, daher die leider etwas verminderte Bild- und Tonqualität).

Heike Rode spricht über Irmas Jugend und Widerstandstätigkeit:

Antonia Würnitzer erzählt über Irmas Leben nach der Befreiung:

Mehr zu Irma Trksak


Das Mitteilungsblatt 2017 (erschienen Anfang 2018)
Druckexemplare des Mitteilungsblatts können gegen einen Porto- / Unkostenbeitrag von 7 Euro (durch Einzelpersonen innerhalb von Österreich) bestellt werden. Für interessierte (Antifa-) Gruppen gibt es Hefte kostenlos bzw. zu Portokosten.
E-Mail: LGRav_FreundInnen@gmx.net

Aus dem Inhalt: 70 Jahre ÖLGR/F, Nachruf auf Irma Trksak, Internationales Ravensbrück-Komitee (IRK) in Lidice, Erinnerungspolitische Initiative „Autonome Feministische FrauenLesben aus Deutschland und Österreich“ u.v.m.

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