Aktuelles

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AUSSTELLUNG:„asozial“. Ausgrenzung gestern und heute
Ausstellung über das Krankenrevier im KZ Ravensbrück
Veranstaltungsreihe: „Asozialität“ und politische Bildung
Neue Biographie zu Rosa Jochmann – Buchpräsentation
Buchvorstellung: Meine Mama war Widerstandskämpferin
Lebenslang. Theaterperformance von und mit Daniel Langbein
Buchpräsentation >>Arbeitsscheu und moralisch verkommen<<
Lisl Jäger ist verstorben
Das Mitteilungsblatt 2018 (erschienen Anfang 2019)
ONLINEPUBLIKATION: 70 + 1 JAHR
Offener Brief des „Verein der Freunde des Deserteurdenkmals in Goldegg“


AUSSTELLUNG:
„asozial“. Ausgrenzung gestern und heute

Die beiden Sozialwissenschafterinnen Helga Amesberger und Brigitte Halbmayr (Institut für Konfliktforschung, Wien) haben im Rahmen ihrer Forschungen zum Begriff „asozial“ ― v.a. anhand von Österreicherinnen in der NS-Zeit ― viele Parallelen zur Gegenwart feststellen müssen. Ergebnisse präsentierten sie u.a. in der Ausstellung „‚asozial‘. Ausgrenzung gestern und heute“. Sie war zunächst im Frühjahr 2019 an der Uni Graz zu sehen und ist nun auch in Wien zugänglich. Ausstellungen in weitere österreichischen Städten sind in Vorbereitung, ebenso eine Präsentation in der Mahn-und Gedenkstätte Ravensbrück.

Zu sehen bis Ende Oktober!


Ausstellung: „… unmöglich, diesen Schrecken aufzuhalten“
Die ÖLGRF zeigt in Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte die aufschlussreiche Ausstellung über das Krankenrevier im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Im Mittelpunkt steht dabei das Häftlingspersonal und was es bedeutete, im KZ krank zu sein.
Das Rahmenprogramm zur Ausstellung geht insbesondere auf österreichische Häftlinge in Ravensbrück, das Dilemma des Häftlingspersonals und die österreichische Ärzteschaft im Nationalsozialismus ein.
Eröffnung:
17. Oktober 2019, 18:30 Uhr
Ausstellungsdauer:
18. Oktober bis 20. März 2019
Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte
Campus der Universität Wien
Spitalgasse 2-4, Hof 1.12
1090 Wien
pdf  Plakat mit Rahmenprogramm


Veranstaltungsreihe: „Asozialität“ und politische Bildung ― Kontinuitäten der Stigmatisierung von vermeintlich „Leistungsunwilligen“

Die beiden ÖLGRF-Aktivistinnen und Wissenschafterinnen des Instituts für Konfliktforschung Helga Amesberger und Brigitte Halbmayr haben gemeinsam mit der Abt. Didaktik der Politischen Bildung der Universität Wien, dem Demokratiezentrum Wien und dem cpdc (Cluster Konflikt Frieden Demokratie) die Veranstaltungsreihe „‚Asozialität‘ und politische Bildung ― Kontinuitäten der Stigmatisierung von vermeintlich ,Leistungsunwilligen‘“ erarbeitet. Die Vorträge werden an der Uni Wien stattfinden und sind für alle zugänglich.

Ort:
Universität Wien
Seminarraum 5, 1. UG
Währingerstraße 29
1090 Wien

pdf  Zum detaillierten Programm sowie Veranstaltungsdaten >>


Buchpräsentation: „Rosa Jochmann. Politische Akteurin und Zeitzeugin“ von Veronika Duma

Rosa Jochmann (1901-1994) ist mehr als „nur“ eine historische Figur. Ihr Leben ist zugleich Mahnung für die Notwendigkeit des demokratischen und sozialen Engagements für eine gerechtere und solidarische Welt. Sie war als „Grande Dame“ der Sozialdemokratie, als Zeitzeugin, als ehemalige Widerstandskämpferin und als Überlebende des NS-Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück bekannt. Zeit ihres Lebens engagierte sie sich für den Kampf gegen Faschismus, Antisemitismus und Rassismus.

Veronika Duma hat nun eine neue, umfassende Biografie von Rosa Jochmann vorgelegt. Sie hat den Nachlass von Rosa Jochmann aufgearbeitet, verortet sie in der österreichischen Geschichte und damit gleichzeitig in den gesellschaftspolitischen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts. Die Arbeit konzentriert sich auf ihre Rolle als Politikerin und Zeitzeugin und auf auf ihr politisches Frauen- und Freundinnennetzwerk. Damit gelingt ihr, bisher unbekannte Zusammenhänge sichtbar zu machen.
504 Seiten, 1. Auflage, 27.06.2019
Abbildungen: 42
Reihe: Zeitgeschichte
ÖGB Verlag, ISBN 978-3-99046-319-2
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Ort:
Bibliotheksaal Arbeiterkammer Wien
Prinz Eugenstr. 20-22,
1040 Wien
Mi., 16.10.2019, 18:00 Uh

Eine zusätzliche Empfehlung: Die Website zu Rosa Jochmann, erarbeitet von Veronika Duma, veröffentlicht vom Verein für Geschichte der Arbeiterbewegung (VGA).


Buchpräsentation: Meine Mama war Widerstandskämpferin. Netzwerke des Widerstands und dessen Bedeutung für die nächste Generation von Helga Amesberger, Simon Clemens und Brigitte Halbmayr

Junge Frauen im Widerstand werden nach der Niederschlagung des Nationalsozialismus zu Müttern, die eine neue Generation prägen: Welchen Beitrag zur Demokratisierung haben sie geleistet?

Der organisierte Widerstand gegen den Nationalsozialismus wird zumeist männlich gedacht – doch auch Frauen betätigten sich: Sie waren nicht unpolitisch und passiv, ihr Widerstand war nicht auf den humanitären Bereich beschränkt. Wer waren diese Frauen? Wie waren sie organisiert? Eindrucksvoll legen die Autorinnen und der Autor anhand von Einzelschicksalen dar, in welche Netzwerke diese Frauen eingebunden waren und wie ihr Widerstand aussah.
In konsequenter Folge wird auch das Weiterwirken untersucht: In Interviews mit Söhnen und Töchtern der Widerstandskämpferinnen werden nicht nur die Auswirkungen der Widerstandstätigkeit auf Mutter und Familie, sondern auch die innerfamiliäre Tradierung von Narrativen sowie politischem Bewusstsein ergründet.

ISBN: 978-3-7117-2085-6
288 Seiten, gebunden

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Ort:
Wr. Rathaus / Wiener Buchmesse
1010 Wien
So., 10.11.2019, 16:00 Uhr


Lebenslang. Theaterperformance von und mit Daniel Langbein
Konzept, Regie und Schauspiel: Daniel Langbein
Kostüm: Ulrike Kunze
Bewegungscoaching: Anna Maria Damm
Dramaturgie: Kathi Loch
Künstlerische Mitarbeit: Nils Zapfe

Die ÖLGR/F freut sich, die Wiener Premiere der Performance „Lebenslang“ im Theater Drachengasse ankündigen zu können.

Hermann Langbein, Widerstandskämpfer, Auschwitz-Überlebender, Autor, und Daniel Langbein, Schauspieler: Großvater und Enkel begegnen sich und das Publikum wird Zeuge, wie sich Zeitschichten übereinanderlegen und Spuren der Vergangenheit im Hier und Jetzt der Aufführung sichtbar werden. Daniel Langbeins Solo „Lebenslang“ (UA Dresden, 2017) ist die zweite Arbeit, in der er sich mit dem Nachlass seines Großvaters auseinandersetzt.

Daniel Langbein in: Lebenslang. © Marco Prill

Daniel Langbein zu seinem Stück:
Ich bin Schauspieler, 1987 in Wien geboren und befasse mich seit meiner Ausbildung an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Graz mit der Person und der Geschichte meines Großvaters Hermann Langbein. Er kämpfte im spanischen Bürgerkrieg mit den Internationalen Brigaden und kam über französische Lager zuerst nach Dachau und von 1942 bis 1944 für zwei Jahre in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Er konnte gemeinsam mit anderen eine internationale Widerstandsorganisation in Auschwitz aufbauen, überlebte und hat sein gesamtes Leben der Aufarbeitung des Erlebten und der wissenschaftlichen Analyse von Auschwitz und anderen Konzentrations- und Vernichtungslagern gewidmet.
Ein kleiner Teil seines Nachlasses ist eine Reihe von Videointerviews, die 1983 geführt wurden. Dieses Bildmaterial war Ausgangspunkt für meine Arbeit „Lebenslang“. Ich suchte nach einem persönlichen Zugang zu dem Vermächtnis meines Großvaters und fand mit diesem Stück eine Möglichkeit, mit theatralen Mitteln eine Auseinandersetzung mit unserer Geschichte anzustoßen.

Das Solo „Lebenslang“ entstand im April 2017 am tjg theater junge generation
in Dresden, es dauert etwa 15 Minuten und wird begleitet von einem
moderierten Nachgespäch.

ORT: Theater Drachengasse
Fleischmarkt 22, Eingang Drachengasse 2
1010 Wien

Vormittagsvorstellungen:
12., 13., 14. November 2019
Rahmenzeit 10/11-14 Uhr, gespielt wird ab 40 Personen
Anmeldung erforderlich!
Kosten:
€ 9,50 pro Schüler*in, Begleitpersonen sind frei
sonstige BesucherInnen: www.drachengasse.at

Abendvorstellung:
13. November 2019 um 20 Uhr
Kosten siehe: www.drachengasse.at

Infos und Anmeldung: Kathrin Kukelka-Lebisch, Telefon: 01/512 13 54
E-Mail: kukelka-lebisch@drachengasse.at
www.drachengasse.at


Lisl Jäger, Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime, ist im Juni in Berlin verstorben.

Partezettel für Lisl Jäger

Leopoldine Elisabeth (Lisl) Morawitz wurde 1924 als jüngstes von vier Kindern in Wien geboren. Der Vater, August Morawitz, arbeitete als Markthelfer auf dem Wiener Naschmarkt. Nach Abschluss von Volks- und Hauptschule erhielt Lisl eine kaufmännische Ausbildung in einer Papierwarenhandlung.
Aufgewachsen im sozialdemokratischen Umfeld der Wiener Gemeindebauten wurde sie gemeinsam mit ihrer Familie nach dem Anschluss 1938 im Widerstand tätig. Sie trat dem Kommunistischen Jugendverband (KJV) bei, betreute Familien von Inhaftierten und sammelte für die Rote Hilfe. Mit ihren Freunden verteilte sie illegale Zeitungen und Flugblätter. Am 3. Juli 1941 wurde sie, 16-jährig, zusammen mit ihrer Mutter von der Gestapo verhaftet und wegen „Vorbereitung zum Hochverrat und Wehrkraftzersetzung“ zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, die sie vor allem in München/Stadelheim verbüßte. Das Urteil für die Mutter lautete vier Jahre Zuchthaus. Am 23. September 1943 wurde ihr Bruder Bruno vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 25. Februar 1944 in Wien hingerichtet.
Nach Strafverbüßung wurde Lisl Jäger nicht entlassen, sondern im September 1944 in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück deportiert. Im Zuge der Evakuierung dieses Lagers im April 1945 konnte sie gemeinsam mit anderen Kameradinnen vom sogenannten Todesmarsch flüchten und half nach der Befreiung des Lagers durch die Rote Armee bei der Betreuung zurückgebliebener kranker Kameradinnen.
Anfang Juli 1945 kehrte Elisabeth Morawitz für einige Jahre in ihre Heimatstadt Wien zurück, siedelte dann aber 1950 mit ihrem Mann Martin Jäger (alias Max Bair; österreichischer Spanienkämpfer und Widerstandskämpfer in Slowenien) in die DDR über. Dort holte sie das Abitur nach, schloss ein Studium als Journalistin an der Leipziger Universität ab und arbeitete in den darauffolgenden Jahren beim Rundfunk, in verschiedenen Zeitschriftenverlagen und beim Ministerium für Kultur.
Lisl Jäger engagierte sich seit den 1950er Jahren in der Lagergemeinschaft Ravensbrück. Bei Begegnungen mit Schülern und Jugendlichen klärte sie als Zeitzeugin auf und warnte vor den Folgen von Rechtsradikalismus, Faschismus und Totalitarismus. In der DDR wurde sie mit der Medaille für Kämpfer gegen den Faschismus 1933 bis 1945 ausgezeichnet.
Für ihre Verdienste und ihr konsequentes Eintreten gegen das Vergessen erhielt sie am 13. Juni 2008 den Verdienstorden des Landes Brandenburg.
Lisl Jäger lebte in Berlin, war mehrfache Groß- und Urgroßmutter und bis ans Ende ihrer Tage politisch aktiv. Sie starb am 28. Juni 2019 im Alter von 94 Jahren in Berlin.


Buchpräsentationen: »Arbeitsscheu und moralisch verkommen«. Verfolgung von Frauen als »Asoziale« im Nationalsozialismus

Die Sozialwissenschafterinnen Helga Amesberger, Brigitte Halbmayr und Elke Rajal (Institut für Konfliktforschung, Wien) haben in den letzten Jahren zum Begriff „asozial“ – v.a. anhand von Österreicherinnen in der NS-Zeit – geforscht. Die Ergebnisse liegen nun in der in Buchform erschienenen Studie »Arbeitsscheu und moralisch verkommen«. Verfolgung von Frauen als »Asoziale« im Nationalsozialismus“ vor.

Zum Inhalt:

Die nationalsozialistische Idee vom »reinen Volkskörper« kannte viele Ausschlusskriterien. In erster Linie waren sie ­rassistisch begründet und die »Volksgemeinschaft« daher exklusiv »arisch« konzipiert, in zweiter Linie galt es, die »schädlichen Elemente« innerhalb der eigenen Reihen zu ­entfernen. Darunter fielen auch Frauen, die aufgrund ihrer vermeintlich fehlenden Arbeitsmoral (»arbeitsscheu«) oder eines »amoralischen« Lebenswandels in den Fokus der ­Behörden gerieten. Dieses Verhalten wurde als »gemeinschaftsfremd« eingestuft und seine erbliche Veranlagung zu belegen versucht. Einweisungen in Arbeitsanstalten, Gefängnis- und KZ-Haft wie auch Zwangssterilisationen waren die Folgen. Beispiele aus den Gauen Wien und Niederdonau belegen zahlreiche dieser Frauenschicksale und das mit der Verfolgung verbundene behördliche Prozedere. Gerichtsverfahren und die Abwicklung von Entschädigungsanträgen zeigen, dass die Stigmatisierung von Frauen als »asozial« auch nach 1945 anhielt und auf vielen Ebenen nachteilige Folgen für Frauen hatte.

Die im Mandelbaum Verlag publizierte Studie wird im Juni 2019 in Wien an zwei Terminen präsentiert:

que[e]r
Mittwoch, 12.06.2019 19:00
W23, Wipplingstraße 23
1010 Wien
>> zur Veranstaltung im que[e]r

Hauptbücherei Wien
Hauptbücherei Wien
Montag, 24. Juni 2019, 19:00 Uhr – 21:00 Uhr
Hauptbücherei am Gürtel
Urban-Loritz-Platz 2a
1070 Wien
>> zur Veranstaltung in der Hauptbücherei


Das Mitteilungsblatt 2018 (erschienen Anfang 2019)

Druckexemplare des Mitteilungsblatts können gegen einen Porto- / Unkostenbeitrag von 7 Euro (durch Einzelpersonen innerhalb von Österreich) bestellt werden. Für interessierte (Antifa-) Gruppen gibt es Hefte kostenlos bzw. zu Portokosten.
E-Mail: LGRav_FreundInnen@gmx.net

Aus dem Inhalt: Lesben – inhaftiert, aber nicht verfolgt?, Irma und die Uckermark, „Asozial“ im Nationalsozialismus und die Fortschreibung im Nachkriegsösterreich. Weibliche Häftlinge im KZ Ravensbrück und KZ Uckermark u.v.m.

Mitglieder erhalten das Mitteilungsblatt kostenlos zugeschicktt!
Zur Online-Version >>

 


70 + 1 Jahr

2017 haben wir das 70-jährige Bestehen der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück begangen, und Anfang 2018 gab es dazu eine Schwerpunktausgabe unseres „Mitteilungsblattes“.
2018 wollen wir nun diese außergewöhnliche Geschichte einer Frauenorganisation mit mehreren Ausgaben einer Online-Publikation unter dem Titel
::: 70 + 1 JAHR :::
reflektieren und schauen, wo wir heute stehen und was die Aufgaben einer Lagergemeinschaft in Zukunft sein können. Die 4. Ausgabe der Publikation ist nun erschienen!

NEU:
4. Ausgabe, erschienen am 15. Dezember 2018
3. Ausgabe, erschienen am 30. November 2018
2. Ausgabe, erschienen am 15. November 2018


zur 1. Ausgabe, erschienen April 2018,


Offener Brief des „Verein der Freunde des Deserteurdenkmals in Goldegg – Plattform für regionale Erinnerungskultur“ an die Gemeinde Goldegg
Am Wochenende vom 1. bis 2. September 2018 haben unbekannte Täter einen Anschlag auf das Deserteurdenkmal in Goldegg verübt. Gezielt sprühten sie grünen Lack über die Texte und die Namen auf dem Stein. Die erklärende Tafel der Gebietskrankenkasse wurde zerstört. Ein Besucher des Erholungsheims und Vorsitzender der ÖVP-Kameradschaft Politisch Verfolgter in Salzburg hat Brigitte Höfert am Sonntag um 14.00 Uhr telefonisch über diesen barbarischen Akt informiert. Für die Angehörigen der Opfer und die Mitglieder des Vereins „Freunde des Deserteursdenkmals Goldegg“ ist es v.a.irritierend, dass die Sprecherin der Salzburger Polizei in der Sendung „Salzburg Heute“ vom 3. September andeutet, dass dieser Anschlag kein politischer sei, weil keine Spruchparolen hinterlassen wurden.
Sie fordern daher in einem pdf Offenen Brief, dass das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung die Ermittlungen führt. Die Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück & FreundInnen unterstützt diesen Brief in vollem Umfang!

Die sogenannten „Fahnenflüchtigen“, für die das Denkmal in Goldegg erreichtet wurde, wurden von meist verwandten Frauen (Schwestern, Ehefrauen, Verlobten) versteckt und unterstützt. Als die Widerstandsgruppe „Wind“ durch einen eingeschleusten Spitzel an die SS verraten wurde, wurden auch alle diese Frauen verhaftet und in der Folge viele von ihnen nach Ravensbrück deportiert. Margarethe Schütte-Lihotzky, die die „Goldeggerinnen“ im Salzburger Polizeigefängnis kennenlernte, sagte über sie: „Alle diese Frauen haßten den Krieg, keine einzige weinte oder jammerte, alle standen für ihre Überzeugung voll und ganz ein. Wer wußte damals in Österreich und wer weiß heute, daß sich in den Salzburger Bergen ein ganzes Dorf gegen den Krieg erhob und dafür das Leben einsetzte?“ (Margarete Schütte-Lihotzky, Erinnerungen aus dem Widerstand 1938-1945 (Hamburg 1985) S. 173, zitiert nach: Robert Stadler, Michael Mooslechner, St. Johann/Pg 1938-1945, S. 136.

Weitere Informationen:
Website des Vereins „Freunde des Deserteursdenkmals Goldegg — Plattform für regionale Erinnerungskultur“
SalzburgerInnen im KZ Ravensbrück – Die Goldegger Gruppe