Aktuelles

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76. Jahrestag der Befreiung. ERINNERUNG TEILEN
Online-Gedenken zum 76. Jahrestag der Befreiung des Jugendkonzentrationslagers und späteren Vernichtungsorts Uckermark
Mitteilungsblatt 2020
FACES OF EUROPE (Ausstellung des IRK in Prag)
LOTTE BRAININ ist verstorben
Lebenslang. Theaterperformance von und mit Daniel Langbein


76. Jahrestag der Befreiung. ERINNERUNG TEILEN

Auch 2021 kann, wie bereits letztes Jahr, auf Grund der Covid-19-Verbreitung in der Mahn-und Gedenkstätte Ravensbrück keine große Befreiungsfeier vor Ort stattfinden.
Es sind aber für die Zeit rund um den Gedenktag am 18. April zahlreiche Online-Veranstaltungen geplant, die dazu dienen sollen, Kontakt mit den Überlebenden, ihren Angehörigen und den FreundInnen der Mahn-und Gedenkstätte aufzunehmen und die Erinnerung auf diese Art lebendig zu halten.
Die Leiterin der Gedenkstätte, Dr. Andrea Genest, schreibt dazu in ihrer Einladung: „…Anstatt eines umfangreichen Programms auf dem Gelände der Gedenkstätte laden wir Sie in diesem Jahr ein, die unterschiedlichen Beiträge im virtuellen Raum zu besuchen. Einige geben Ihnen auch die Möglichkeit der direkten Teilnahme. Vielleicht bietet dieser Jahrestag die Chance, mehr und auch andere Personen zu erreichen als jene, die bereits wissen, dass sie die Gedenkstätte gerne wieder besuchen möchten. Nichtsdestotrotz hoffen meine Kolleginnen und Kollegen wie auch ich, dass wir uns im nächsten Jahr hier treffen können, um miteinander zu sprechen, uns zuzuhören, neue Ziele zu entwickeln.“

Viele Veranstaltungen widmen sich konkret mit den Erfahrungen der Nachkommen von KZ-Überlebenden bzw. von im KZ Ermordeten. Mit Voranmeldung können Interessierte an vielen der Events teilnehmen. Erforderlich dazu ist eine Anmeldung sowie die Nutzung der zoom.app. Die Modalitäten für die Anmeldung sowie gesamte Programm sind unter https://rememberliberation.stiftung-bg.de/befreiung-ravensbrueck/ abrufbar.

Am Schwedtsee, Befreiungsfeier 2020 (online)

Die Zentrale Gedenkveranstaltung der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
wird online übertragen:
Sonntag, 18.04.2021 von 10:00 – 12:00
BEGRÜSSUNG: Dr. Andrea Genest, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
ANSPRACHEN:
Ambra Laurenzi, Präsidentin des Internationalen Ravensbrück Komitees
Robert Philipp, Bürgermeister der Stadt Fürstenberg/Havel
Ursula Nonnemacher, Ministerin für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg, stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Brandenburg
Mirna Funk, Schriftstellerin
DAS RAVENSBRÜCKER VATERUNSER
KADDISCH: Mimi Sheffer, Kantorin
MUSIK: Anne Wiemann
 
Wir möchten hier weiters gesondert auf drei Buchvorstellungen aufmerksam machen, bei denen Mitglieder der ÖLGR/F online neuere Publikationen zu ihrer wissenschaftlichen Arbeit vorstellen werden. Anmerkung: Zur Durchführung dieser Online-Meetings wird „zoom“ verwendet. Laden Sie hierfür die App herunter. Hinweise zur Datenverarbeitung finden Sie insoweit HIER.

Buchvorstellung „Rosa Jochmann“
Donnerstag, 15.04.2021 von 20:00 – 21:00
Rosa Jochmann. Politische Akteurin und Zeitzeugin (ÖGB Verlag, 2020)
Mit Dr. Veronika Duma
Die Autorin stellt die Biografie der Widerstandskämpferin und Sozialdemokratin Rosa Jochmann vor, die von 1940 bis 1945 im Konzentrationslager Ravensbrück inhaftiert war. Nach der Befreiung engagierte sich Rosa Jochmann als Zeitzeugin.
MIT ANSCHLIESSENDEM PUBLIKUMSGESPRÄCH
Sprachen: Deutsch mit englischer Übersetzung   >> zum Zoom Meeting

Gespräch über das Buch
Meine Mama war Widerstandskämpferin (Picus Verlag, 2019)
Freitag, 16.04.2021 von 18:00 – 19:39
Mit Helga Amesberger, Brigitte Halbmayr und Simon Clemens
Die Autor*innen sprechen über die in diesem Buch vorgestellten Erfahrungen von Kindern von Widerstandskämpferinnen. Sie verbinden dabei die Biografien der Mütter mit den Perspektiven der zweiten Generation und nehmen dabei eine gezielte Gender-Perspektive ein.
Mit anschließendem Publikumsgespräch
Eine Veranstaltung der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück und Freundinnen
Sprachen: Deutsch mit englischer Übersetzung
 
Gespräch über die Bücher
„Arbeitsscheu und moralisch verkommen“. Verfolgung von Frauen als „Asoziale“ im Nationalsozialismus (mandelbaum, 2019) und „Stigma asozial. Geschlechtsspezifische Zuschreibungen, behördliche Routinen und Orte der Verfolgung im Nationalsozialismus“ (mandelbaum, 2020)
Samstag, 17.04.2021 von 12:00 – 13:3

Mit Helga Amesberger, Brigitte Halbmayer und Elke Rajal
Die Autorinnen stellen ihre Publikationen vor und knüpfen in dieser Veranstaltung an aktuelle Debatten um die Anerkennung von als „asozial“ Verfolgten an.
MIT ANSCHLIESSENDEM PUBLIKUMSGESPRÄCH
Eine Veranstaltung der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück und Freundinnen
Sprachen: Deutsch mit englischer Übersetzung   >> zum Zoom Meeting


Online-Gedenken zum 76. Jahrestag der Befreiung des Jugendkonzentrationslagers und späteren Vernichtungsorts Uckermark
ab 17.04.2021 abrufbar
Dieses Jahr jährt sich die Befreiung der NS-Konzentrationslager zum 76. Mal. Dieses Jahr können wir leider nicht auf dem Gedenkort KZ Uckermark und in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück zusammenkommen. Daher möchten wir am 17./18. April zwar räumlich getrennt, aber in Gedanken gemeinsam mit (Video-)Beiträgen der Ermordeten und Überlebenden der Konzentrationslager und des Vernichtungsorts gedenken. Wir möchten an sie und ihre Geschichten erinnern – denn antifaschistisches Gedenken und Erinnern ist weiterhin notwendig! Ihr seid nicht vergessen!
Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark: Rede zur Befreiungsfeier 2021
Rede von Marek Barwikowski
Rede von Ingelore Prochnow
Text von Sieglinde Helmsdorf (1937-2015)


Das Mitteilungsblatt 2020 (erschienen Anfang 2021)

Druckexemplare des Mitteilungsblatts können gegen einen Porto- / Unkostenbeitrag von 7 Euro (durch Einzelpersonen innerhalb von Österreich) bestellt werden. Für interessierte (Antifa-) Gruppen gibt es Hefte kostenlos bzw. zu Portokosten.
E-Mail: LGRav_FreundInnen@gmx.net

Aus dem Inhalt: 100 Jahre Lotte Brainin; digitale Feiern und Treffen Ravensbrück, Uckermark & Internationales Ravensbrück-Komitee; Wanderausstellung „Faces of Europe“; Gedenken an die lesbischen Frauen; neue Rosa-Jochmann-Biografie in Briefen; neues Buch „Stigma Asozial“, Proteste gegen Revisionismus & Rechtsruck u.v.m.

Mitglieder erhalten das Mitteilungsblatt kostenlos zugeschicktt!
Zur Online-Version >>


Virtuelle Ausstellung des Internationalen Ravensbrückkomitees:
FACES OF EUROPE

Von 11. Jänner bis 28. Februar 2021 war im Polizeimuseum in Prag die Ausstellung Faces of Europe zu sehen. Ursprünglich war geplant gewesen, letztere anlässlich der Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der Befreiung in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück der Öffentlichkeit zu präsentieren. Auf Grund der Absage der Gedenkfeier war dies leider nicht möglich.

Aus dem Katalog zur Ausstellung: Portrait von Betty Hirsch, verfasst von ihrer Tochter Vera Modjaver © IRK 2021

Die Ausstellung ist nun weiterhin online abrufbar, leider nur in tschechischer Sprache. Ein virtueller Besuch lohnt sich aber trotzdem. >> mehr


LOTTE BRAININ ist verstorben

Am 12. November 1920 kam die österreichische Widerstandskämpferin Lotte Brainin in Wien zur Welt. Und am 20. November 2020 haben wir hier zur Feier ihres 100. Geburtstags eine Sammlung an Würdigungen ihres Leben veröffentlicht.

Nun müssen wir in tiefer Trauer bekannt geben, dass Lotte verstorben ist.

Lotte Brainin gehörte um die Jahrtausendwende zu jenen Frauen in der Österreichischen Lagergemeinschaft, die sich aktiv darum bemühten, „junge“ Frauen in die Arbeit der ÖLGR zu integrieren und damit eine weitere Zukunft des Vereins zu ermöglichen. Für die Übergabe der Agenden verfasste Lotte 2005 zusammen mit ihrem Mann Hugo eine Präambel für die Statuten, die die unumstößlichen Aufgaben der Mitglieder für den Zeitpunkt festlegt, wenn die Überlebenden des KZ Ravensbrück nicht mehr am Leben sind und ihre Zeitzeuginnenschaft nicht mehr zur Verfügung steht.

Liebe Lotte,
du hast über viele Jahrzehnte so viel Kraft, Wissen und Streitbarkeit für die Arbeit der Lagergemeinschaft Ravensbrück (& FreundInnen) zur Verfügung gestellt. Uns „Jungen“ bist du stets mit viel persönlichem Interesse entgegengetreten. Du warst und bist uns Vorbild und dafür wollen wir dir von Herzen danken.
Wir werden dich sehr vermissen.

Aus Anlass des Todes von Lotte veröffentlichen wir hier einen — etwas überarbeiteten — Artikel, der auch im kommenden Mitteilungsblatt über das Jahr 2020 erscheinen wird, ursprünglich verfasst, um diese außergewöhnliche Persönlichkeit zu ihrem 100. Geburtstag zu ehren.
Da der Ehrentag Lottes und ihr Ableben am 16. 12. 2020 sehr knapp beieinander lagen, sind in den Monaten November/ Dezember 2020 zahlreiche Würdigungen erschienen. Viele Links dazu sind in diesem Artikel ebenfalls aufgelistet.
pdf 100 Jahre Mensch. 100 Jahre Lotte Brainin. (PDF-Download)

Lotte Brainin im Interview mit Helga Amesberger 1999; © Bernadette Dewald

Ein von Lottes Familie gemeinsam mit dem Bezirksmuseum Alsergrund ursprünglich geplanter Festakt zum 100. Geburtstag musste aufgrund der momentanen Situation (Covid-19-Bestimmungen) leider online stattfinden, deswegen lud das Bezirksmuseum Alsergrund am 12.11.2020 ein, via Internet dabei zu sein.
Der Festakt ist dauerhaft online nachzusehen.

Die Künstlerin Marika Schmiedt hat in Zusammenarbeit mit den beiden Töchtern Lottes eine digitale Ausstellung erarbeitet,  die eine dichte Fülle an Dokumenten, Fotografien und Texten über Lotte Brainins Leben und ihre Widerstandstätigkeit in der Zeit des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus zur Verfügung stellt.

Die Filmkünstlerin und Theaterregisseurin Tina Leisch gestaltete in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück und FreundInnen und dem KZ-Verband auf Radio Dispositiv das Feature Ich habe nur getan, was ich für richtig hielt. In Audiodokumenten, u.a. in Interviews, geführt von Helga Amesberger und in für die Sendung eingesprochenen Texten (aus Dokumenten auf brainin.at) lässt sie Lotte, ihren Bruder Elie und Herta Ligeti-Fuchs über ihre Erinnerungen erzählen.
https://cba.fro.at/481727

2009 erschien im Rahmen der Video-Reihe VISIBLE ein filmisches Portrait von Lotte Brainin, erarbeitet anhand von Interviews aus dem Jahr 1999 (geführt von Helga Amesberger) und Gesprächen von 2008 mit Lotte Brainin und ihrem Enkelsohn Jakob Puchinger — hier noch einmal Lotte, wie sie so viele von uns in Erinnerung haben.

LOTTE BRAININ. LEBEN MIT EIGENWILLEN UND MUT von Bernadette Dewald, AT 2009, 48 min.

Weiteres:
Vor fünf Jahren – zum 95. Geburtstag Lottes – verfasste die derzeitige Obfrau der ÖLGR/F, Bernadette Dewald, ein kleines Portrait von ihr, auf das wir an dieser Stelle verweisen möchten. >>


 

Vorankündigung:
Eine Veranstaltung der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück & FreundInnen
Lebenslang. Theaterperformance von und mit Daniel Langbein

Die auf Grund der Corona-Pandemie bereits mehrmals verschobenen Aufführungen von Lebenslang. Theaterperformance von und mit Daniel Langbein mussten wegen COVID-19 nochmals auf einen neuen Termin festgelegt werden und sollen nun in der Woche von 8. – 13. November 2021 stattfinden.

Konzept, Regie und Schauspiel: Daniel Langbein
Kostüm: Ulrike Kunze
Bewegungscoaching: Anna Maria Damm
Dramaturgie: Kathi Loch
Künstlerische Mitarbeit: Nils Zapfe

Hermann Langbein, Widerstandskämpfer, Auschwitz-Überlebender, Autor, und Daniel Langbein, Schauspieler: Großvater und Enkel begegnen sich und das Publikum wird Zeuge, wie sich Zeitschichten übereinanderlegen und Spuren der Vergangenheit im Hier und Jetzt der Aufführung sichtbar werden. Daniel Langbeins Solo „Lebenslang“ (UA Dresden, 2017) ist die zweite Arbeit, in der er sich mit dem Nachlass seines Großvaters auseinandersetzt.

Daniel Langbein in: Lebenslang. © Marco Prill

Daniel Langbein zu seinem Stück:
Ich bin Schauspieler, 1987 in Wien geboren und befasse mich seit meiner Ausbildung an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Graz mit der Person und der Geschichte meines Großvaters Hermann Langbein. Er kämpfte im spanischen Bürgerkrieg mit den Internationalen Brigaden und kam über französische Lager zuerst nach Dachau und von 1942 bis 1944 für zwei Jahre in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Er konnte gemeinsam mit anderen eine internationale Widerstandsorganisation in Auschwitz aufbauen, überlebte und hat sein gesamtes Leben der Aufarbeitung des Erlebten und der wissenschaftlichen Analyse von Auschwitz und anderen Konzentrations- und Vernichtungslagern gewidmet.
Ein kleiner Teil seines Nachlasses ist eine Reihe von Videointerviews, die 1983 geführt wurden. Dieses Bildmaterial war Ausgangspunkt für meine Arbeit „Lebenslang“. Ich suchte nach einem persönlichen Zugang zu dem Vermächtnis meines Großvaters und fand mit diesem Stück eine Möglichkeit, mit theatralen Mitteln eine Auseinandersetzung mit unserer Geschichte anzustoßen.

Das Solo „Lebenslang“ entstand im April 2017 am tjg theater junge generation
in Dresden, es dauert etwa 15 Minuten und wird begleitet von einem
moderierten Nachgespäch.

8. – 13. November 2021
genaue Uhrzeiten werden noch bekannt gegeben
ORT: Theater Drachengasse
Fleischmarkt 22, Eingang Drachengasse 2
1010 Wien