Aktuelles

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Filmempfehlung: Widerstandsmomente
GEBOREN IN RAVENSBRÜCK – Filmscreening und Gespräch
Josefine Oswald ist verstorben
Mitteilungsblatt 2021
Aufruf zur Unterstützung eines wichtigen Projekts
FACES OF EUROPE (Ausstellung des IRK in Prag)


Widerstandsmomente
Ein Film von Jo Schmeiser; AT 2019, 98 min

Widerstandsmomente trägt Stimmen, Schriften und Objekte aus dem Widerstand gegen die Nazis in die Gegenwart. Politisch engagierte Frauen von heute reagieren auf den historischen Widerstand und stellen aktuelle Bezüge her. Ein Seil spannt sich von dem was gestern war, und dem, was heute geschieht, zu dem was sein könnte: eine solidarische Gesellschaft ohne Diskriminierung und Ausgrenzung. (Jo Schmeiser)
»Man kann einmal, zweimal oder dreimal zu einer Ungerechtigkeit schweigen. Aber dann muss man was dagegen tun.« Leyla Ariz (2017)
»Nicht politisch zu arbeiten bei einem diktatorischen Regime, das kann ich vor meinem Kind nicht verantworten.« Anna Čadia (1938)
»Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um wegzuschauen. Ich bin auf die Welt gekommen, um die Welt mitzugestalten, ausgehend von einer bestimmten Ethik.« Rúbia Salgado (2017)

aus: Widerstandsmomente; Photo: Jasmin Trabichler

aus: Widerstandsmomente; Photo: Jasmin Trabichler

Ausgehend von Erinnerungsstücken an ihre Urgroßmutter Anna Čadia, eine Ravensbrück-Überlebende, über den Blick auf Widerstandskämpferinnen, die die Nazizeit nicht überlebt haben bis zu Frauen, die in der Gegenwart widerständig, „lästig“ sind, reflektiert Jo Schmeiser in „Widerstandsmomente“ die Präsenz der Erinnerung an den Nazi-Widerstand und die Möglichkeiten politischen Handelns in Zeiten zunehmend autoritärer Politiken.

Premiere im
Filmcasino Wien
Margarethenstraße 78, 1050 Wien
Dienstag, 17. Mai 2022, 20:15 Uhr

Von 20. bis 26. Mai
Filmhaus Wien
Spittelberggasse 3, 1070 Wien
täglich: 18h

Alle Kinotermine Wien und Bundesländer:
http://www.widerstandsmomente.at/de/news/

Diverse Diskussionsveranstaltungen mit Gästen und zu aktuellen Themen siehe:
Website: http://www.widerstandsmomente.at/de/news/
Instagram: https://www.instagram.com/widerstandsmomente/?hl=de
Facebook: https://www.facebook.com/pg/widerstandsmomente/events

Gesondert möchten wir auf folgende Veranstaltung aufmerksam machen:
Generationen
Filmvorführung Widerstandsmomente und Podiumsgespräch
Filmzentrum im Rechbauerkino, Graz
Donnerstag, 19. Mai 2022, 19 Uhr
mit:
Eva Schmeiser Čadia (Enkelin von Widerstandskämpferin Anna Čadia, Goldschmiedin)
Helga Amesberger (Politikwissenschaftlerin)
Claudia Klimt-Weithaler (Landtagsabgeordnete KPÖ Steiermark)
Jo Schmeiser (Regisseurin Widerstandsmomente)
Michael Schmied (Moderation, Kulturarbeiter)

Kooperationspartner:
CLIO Graz
Frauenservice Graz
KPÖ Bildungsverein

Radio Agora (Asja Boja) hat eine Sendung über Widerstandsmomente auf Slowenisch gestaltet, weil der Film am 29. Mai im Filmstudio im Stadtkino Villach gezeigt wird;
mit einer anschließenden Publikumsdiskussion mit der Protagonistin Marie Paul und der Regisseurin Jo Schmeiser, Moderation: Lena Grechenig.
Zur Radiosendung (Slowenisch/ Deutsch):
https://cba.fro.at/558234
https://www.agora.at/sendungen-oddaje/detail/which/agora-obzorja/agora-obzorja*

Filmstudio im Stadtkino Villach 
Sonntag, 29. Mai 2022, 16 Uhr
Feministischer antirassistischer Widerstand im Alltag
Filmvorführung und Podiumsgespräch
mit:
Marie Paul  
Protagonistin
Jo Schmeiser 
Regisseurin
Lena Grechenig 
Moderation, freischaffende Künstlerin
We Stood Like Kings – 
Live-Konzert im Kino nach dem Gespräch


GEBOREN IN RAVENSBRÜCK – Filmscreening und Gespräch

6. April 2022, 19h00
Republikanischer Club
Fischerstiege 1–7
1010 Wien
Einführung und Moderation: Helga Amesberger
Gespräch mit der Regisseurin Yule von Hertell

13. April 2022, 19h00
Brunnenpassage
Brunnengasse 71/Yppenplatz
1160 Wien
Einführung und Moderation: Brigitte Halbmayr
Gespräch mit der Regisseurin Yule von Hertell

Inhalt:
Der Dokumentarfilm schildert die Geschichte eines der wenigen Kinder, die im KZ geboren wurden und überlebt haben. Am 1. Dezember 1943 kam Ingelore Prochnows Mutter, im fünften Monat schwanger und gerade mal 19 Jahre alt, ins Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Der Grund ihrer Inhaftierung: „Verkehr mit einem Polen“. Im April des folgenden Jahres brachte sie ihre Tochter Ingelore zur Welt. Wie durch ein Wunder überlebte sie ein Jahr lang bis zur Befreiung im April 1945. Sie wuchs bei Adoptiveltern auf, erfuhr erst 40 Jahre später von den Umständen ihrer Geburt und machte sich auf die Suche nach ihrer Geschichte und nach möglichen Angehörigen. Der Film zeichnet diese Suche nach. Es geht um fehlende Erinnerungen, offene Fragen und das Erinnern ohne eigene Erinnerung. Ingelore findet bis heute Trost und Anerkennung im Engagement um das Gedenken und in den Treffen mit anderen Überlebenden und deren Angehörigen. Sie haderte lange mit ihrer Rolle als Überlebende, fehlt ihr doch die eigene Erinnerung an das KZ. Wie kann sie denn als so etwas wie eine Zeitzeugin gelten, wenn sie nichts bezeugen kann?

Dokumentarfilm D 2021 45 min.
mit Ingelore Prochnow, Heike Rode, Klaus Prochnow, Frau Sonntag
Regie und Montage: Yule von Hertell
Kamera: Julia Küllmer
>> Trailer zum Film
>> Interview mit Heike Rode, Freies Radio dreyeckland


Die Ravensbrück-Überlebende Josefine Oswald ist verstorben
Erneut müssen wir uns von einer Zeitzeugin und lieb gewonnenen Gefährtin verabschieden. Josefine Oswald, Überlebende des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück, ist am 1. März 2022 im 94. Lebensjahr verstorben. Auf der Parte steht:

Wenn ihr an mich denkt, seid nicht traurig.
Erzählt lieber von mir und traut euch ruhig zu lachen.
Lasst mir einen Platz zwischen euch, so wie ich ihn im Leben hatte.

Josefine (Fini) Oswald mit Helga Amesberger in der Mahn-und Gedenkstätte Ravensbrück / 2007; Videostill © Bernadette Dewald

Fini, wir werden dich nicht vergessen! Dankbar werden wir uns an dein freundliches Wesen erinnern, an dein verschmitztes Lächeln bei all deiner stillen Traurigkeit, die immer spürbar war, an deine Hilfsbereitschaft. Nie hast du über jemanden ein schlechtes Wort verloren, immer warst du umsorgend und einsatzfreudig. Es ist dir nicht leicht gefallen, über die Verfolgung und deine Erfahrungen im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück zu sprechen. Trotzdem hast du dich immer wieder dieser schwierigen Aufgabe gestellt. Vielen, vielen Dank dafür! Wir werden deine Geschichte weitertragen.

>> mehr


Das Mitteilungsblatt 2021 (erschienen Anfang 2022)

pdf Mitteilungsblatt 2021

Aus dem Inhalt:
Vielfältige Ravensbrücker Befreiungsfeiern im Internet; physisches Treffen des Internationalen Ravensbrück-Komitees; Neues von der Ausstellung „Faces of Europe“; endlich Anerkennung der Verfolgung von Lesben; Projekte, Berichte, Nachrufe u.v.m.

 

Mitglieder erhalten das Mitteilungsblatt kostenlos zugeschicktt!
Zur Online-Version >>
 


Aufruf zur Unterstützung eines wichtigen Projekts

Ein wichtiges Buch über die Verfolgung einer Frau als sogenannte Asoziale im NS ist im Entstehen. Leider ist es aktueller den je. Jeder Beitrag hilft!
Margit Lange – so soll die Frau hier heißen – war von den nationalsozialistischen Behörden als ‚asozial‘ stigmatisiert und in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert worden. Dort starb sie an einer Giftspritze. Das Buch zeichnet Margits Leben nach, fragt nach den Gründen der Verfolgung und den Nachwirkungen ihres tragischen Schicksals bei ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln. Die Auseinandersetzung mit diesem Familienerbe ist noch lange nicht abgeschlossen.

Unterstützungsmöglichkeiten unter:
https://www.startnext.com/haftgrundasozial-margitlange?fbclid=IwAR0IqTuDNjMpoecP56tp2FyEGAsmDxXxV-7Mk2ynej5j_UzDkw97hDvxpYs


Virtuelle Ausstellung des Internationalen Ravensbrückkomitees:
FACES OF EUROPEVon 11. Jänner bis 28. Februar 2021 war im Polizeimuseum in Prag die Ausstellung Faces of Europe zu sehen. Ursprünglich war geplant gewesen, letztere anlässlich der Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der Befreiung in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück der Öffentlichkeit zu präsentieren. Auf Grund der Absage der Gedenkfeier war dies leider nicht möglich.

Aus dem Katalog zur Ausstellung: Portrait von Betty Hirsch, verfasst von ihrer Tochter Vera Modjaver © IRK 2021

Die Ausstellung ist nun weiterhin online abrufbar, leider nur in tschechischer Sprache. Ein virtueller Besuch lohnt sich aber trotzdem. >> mehr